Reiseapotheke für Kinder
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Kinder sind immer . . .

für Überraschungen gut - auch und gerade im Urlaub. Und so ist es nicht ungewöhnlich, wenn sie plötzlich heftig erkranken. Deshalb kann eine gut ausgestattete Reiseapotheke im Urlaub mit Kindern sehr hilfreich sein, denn man sollte zumindest für eine einfache Erstversorgung ausgerüstet sein, insbesondere dann, wenn ein Arzt nicht gleich erreichbar ist.

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle allgemeine Ratschläge zur Verfügung stellen. Sprechen Sie bitte aber auf jeden Fall mit Ihrem Kinderarzt und lassen Sie sich vor der Reise beraten. Denn je nach Reiseziel sind Besonderheiten zu berücksichtigen: Z.B. wird die Wirkung mancher Medikamente durch Hitzeeinwirkung beeinträchtigt.
Bär aus Reise
Was gehört in die Reiseapotheke?
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ggf. die Dauermedikamente Ihres Kindes .
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Fieberthermometer .
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Verbandsmaterial und Pflaster .
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Medikamente je nach dem Alter Ihres Kindes, zum Beispiel:
gegen Durchfall (z.B. Perenterol, Diarrhoesan, Pentofuryl, Diarrheel);
gegen Verstopfung (z.B.Lactulose, Neda Fruchtwürfel);
für den Fall von Fieber und Schmerzen (z.B. ben-u-ron - Saft, Nurofen);
gegen Säuglingskoliken (z.B.Lefax-Tropfen, SAB- simplex Tropfen);
für den Fall von Übelkeit und Erbrechen (z.B. Vomex A Sirup, Iberogast-Tropfen);
Hustensaft;
Nasentropfen (z.B.Olynth-, Otriven-, Nasivin-Nasentropfen) im Handgepäck bei Flügen für den Druckausgleich;
Augentropfen (z.B.Refobacin, Kanamytrex, Floxal);
Ohrentropfen (Otodolor, Otalgan, Aconitum comp.Ohrentropfen);
ggf. antiallergische Medikamente auf Anraten des Kinderarztes (z.B. Zyrtec-Saft, Fenistil-Tropfen, Tavegil-Sirup);
Desinfektionsmittel für Wunden (z.B. Mercuchrom), Wundsalbe (z.B. Bepanthen Wund- und Heilsalbe)
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Sonnenschutz (siehe unten weitere Hinweise) .
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Insektenschutz, d.h.
Insektenmilch (z.B. Autan),
ggf. ein Fliegengitter und
zur Behandlung von Insektenstichen ein Antihistamingel (z.B. Fenistil-Gel, Wund- und Brandgel von WALA)
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Allgemeine Hinweise zum Sonnenschutz

Sonne tut gut: Sie wärmt, weckt Lebensfreude und lockt die Kleinen nach draußen zum Spielen und zum Toben. Nur mit Hilfe der Sonne kann die Haut Vitamin D bilden, das der Körper für die Knochen und die Zähne braucht. Allerdings reichen dafür schon wenige Minuten aus. Dabei reagiert die Haut der Kleinen viel empfindlicher auf UV-Strahlung als die von Erwachsenen. Die Lichtschwiele, mit der sich die Haut selbst schützt, baut sich nämlich in den ersten Jahren erst langsam auf. Deshalb können UVA- und UVB-Strahlen ungehindert eindringen. Kurzfristig lösen sie einen schmerzhaften Sonnenbrand aus, von dem sich die Haut nur oberflächlich wieder erholt. In den tieferen Schichten hinterläßt jeder Sonnenbrand jedoch zerstörte Zellen, oft sogar irreparable Schäden. Langfristig drohen vorzeitige Hautalterung oder sogar Hautkrebs. Umso wichtiger ist es, Kinder besonders sorgfältig zu schützen. Babys dürfen überhaupt nicht in die Sommer-Sonne.
Sie bleiben am besten im Schatten-luftig angezogen, weil selbst im Schatten noch ein Teil der UV-Strahlung ankommt. Fachärzte raten ebenfalls, bei Säuglingen auf Sonnenschutzmittel zu verzichten. Je weniger Kosmetik und Chemie an die empfindliche Haut der Kleinsten kommt, desto besser.
Wie Sie Ihr Kind schützen können

Kleidung

Je mehr die Kleinen anhaben, umso besser: Ideal sind locker sitzende Hosen (bis über die Knie) und T-Shirts mit langem oder 3/4-Arm, ein Hütchen mit weiter Krempe, die Gesicht und Nacken beschattet, leichte Schuhe, die den Fußrücken bedecken. Zu empfehlen ist Sommerkleidung mit UV-Schutz.

Sonnenschutzmittel

Der wichtigste Maßstab ist der Lichtschutzfaktor (LSF). Er gibt an, um welchen Faktor ein Mittel die Eigenschutz-Zeit der Haut vervielfacht. Für die besonders zarte Haut von Kindern empfehlen sich besonders Präparate mit LSF 20. Als besonders verträglich für Kinderhaut gelten Sonnenschutzmittel mit Mikropigmenten aus fein vermahlenem Titandioxid und Zinkoxid. Diese physikalischen Filter reflektieren die UV-Strahlung; dagegen wandeln chemische Filter sie um. Weitere Merkmale guter Präparate: Sie bieten einen Breitbandschutz vor UVB- und UVA-Strahlen, sind wasser- und sandfest sowie fotostabil.
Was Eltern noch wissen sollten
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Die UV-Strahlung wirkt nicht überall gleich intensiv. Sonnenbrände drohen im Süden schneller als im Norden, auf den Bergen schneller als im Tal. .
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Vorsicht an den ersten Sonnen-Tagen: Die Haut muß sich zunächst an die neuen Verhältnisse gewöhnen. Besonders in den südlichen Ferienländern wagen Familien sich besser erst nach und nach in die Sonne. .
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Mittelmeer-Urlaubern empfehlen die Hautärzte dringend, dem Beispiel der Einheimischen zu folgen und zwischen 11 und 16 Uhr Siesta im Schatten zu halten. Lieber die sanfte Abendsonne ausgiebig genießen! .
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Am Strand und im Gebirge braucht die Haut auch bei bedecktem Himmel Schutz. Die Wolken lassen vier Fünftel der UV-Strahlung durch. .
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Chemische Filter in Sonnenschutzmitteln wirken erst nach einer halben Stunde. Deshalb ist es wichtig, Kinder rechtzeitig einzucremen - nicht erst im Freien, sondern schon zu Hause. Mikropigmente schützen dagegen sofort. .
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Einige Stellen am Körper (Ohren, Nase, Lippen, Schultern, Nacken, Knie, Fußrücken) bekommen besonders viel Sonne ab und müssen deshalb sorgfältiger geschützt werden. .
Beim Plantschen und Buddeln lassen auch wasser- und sandfeste Mittel in ihrer Wirkung nach. Also bitte regelmäßig nachcremen! Aber: Auch wer immer wieder cremt, verlängert dadurch nicht die Schutzzeit.
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After-Sun-Produkte benötigen Kinder nicht! .
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Wenn es zu spät ist

Wenn Ihr Kind einen Sonnenbrand hat, dann sollten Sie einerseits dafür sorgen, daß Ihr Kind nicht noch weitere Sonnenbestrahlung erfährt. Andererseits sollten Sie feuchte und kühlende Umschläge (mit Brandessenz, 1:10 mit Wasser verdünnt) auflegen und kühle und entzündungshemmende Cremes und Lotionen (Wund- und Brandgel nach WALA) anwenden. Sonnenbrände größeren oder schwereren Ausmaßes müssen ärztlich behandelt werden.

Ein Sonnenbrand wirkt auf den Organismus ähnlich wie eine Verbrennung. Gerade großflächige und ausgeprägte Hautveränderungen können zu Störungen im Flüssigkeits- und Salzhaushalt führen, was sich an Zeichen wie Schwäche, Zittrigkeit und Bewußtseinsstörungen zeigt. Hier muß unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. In weniger ausgeprägten Fällen ist auf ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr (z.B. Gemüsebrühe, Salzstangen) zu achten.


Weitere Empfehlungen zur Reiseapotheke

Überprüfen Sie vor der Reise Ihren Krankenversicherungsschutz.
Beachten Sie die Impfempfehlungen für das jeweilige Reiseland und die Grundimmunisierungen. Ein detailliertes Reiseimpf-Konzept gibt es bei: www.reisemedizin.de.
Besprechen Sie die geplante Reise mit Ihrem Kinderarzt, ob es besondere empfehlenswerte Maßnahmen für das Zielland gibt.
Nehmen Sie das Lieblingsspielzeug oder Kuscheltier Ihres Kindes mit, um die Umstellung auf die fremde Umgebung zu erleichtern.
Bei Flugreisen in der Start- und Landephase etwas zum Trinken bereithalten, um den Druck auf die Ohren zu lindern.
Achten Sie auf die kindersichere Verwahrung der Reiseapotheke.
Achten Sie darauf, wichtige Medikamente im Handgepäck zu haben.
Setzen Sie Ihre Apotheke nicht starker Hitze oder Kälte aus.
Dauermedikamente Ihrer Kinder: Achten Sie auf ausreichenden Vorrat, falls etwas verloren geht.
Zäpfchen: Diese können in größerer Hitze leicht aufweichen und dann unbrauchbar werden.


Wir wünschen einen erholsamen und freudenvollen Urlaub.