Homöopathie des Säuglings und des Kleinkindes
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Auswahl: Säuglings-Homöopathie
Dreimonats-/Blähungskoliken
Erbechen
Durchfall
Sturz vom Wickeltisch
Fieberkrämpfe
Auswahl: Kleinkind-Homöopathie
Akute fieberhafte Erkältung
Schnupfen
Halsschmerzen
Ohrenschmerzen
Pseudokrupp
Husten und Bronchitis
Telefonnummern und Kliniken
Kinderkrankheiten natürlich behandeln

Für die kindliche Entwicklung sind Krankheiten oft eine 'Notwendigkeit'. Vor allem bei den 'klassischen Kinderkrankheiten' wird deutlich, welche Aufgaben Krankheitsprozesse im Leben des Menschen haben. Diese Prozesse sollten nicht unterdrückt, sondern mit Hilfe von Naturheilverfahren gefördert werden.
Mr. Spritze
Blähungskoliken, Dreimonatskoliken des Säuglings

Säuglinge bringen in den ersten Lebensmonaten ihre Eltern oft durch kolikartige Schreiattacken, erschwertes Einschlafen und häufiges Erwachen kurz nach dem Einschlafen zur Verzweiflung. Großangelegte Studien haben gezeigt, daß vor der Schreiattacke nur bei jedem neunten Säugling ein geblähter Darm vorliegt; meist treten die Blähungen gar nicht oder erst in Folge der Schreiattacke auf. Besonders häufig schreien die Kinder in der Zeit zwischen 16 und 24 Uhr, was bereits deutlich darauf hinweist, daß die Ermüdung des Säuglings eine zentrale Rolle spielt. In jedem Fall muß der Säugling bei exzessivem bzw. ungewöhnlichem (z.B. monotonem, von der Tageszeit unabhängigem) Schreien sorgfältig pädiatrisch untersucht werden. Insbesondere gilt dies dann, wenn ein Säugling plötzlich aus vollem Wohlbefinden heraus heftig schreit, evt.zusätzlich erbricht und auffallend blaß wird. Dann kann es zu einem akuten Darmverschluß gekommen sein, der bei sofortigem Klinikbesuch gut behandelbar ist. Bei chronischen Schreiattacken nicht gestillter Kinder muß eine Milchunverträglichkeit in Betracht gezogen werden.

Die folgende Vorgehensweise kann Linderung verschaffen:
Wichtig ist, wie bereits angedeutet, der ruhige, den rhythmischen Tagesablauf fördernde Umgang der Eltern mit dem Kind. Im weiteren hat die Pflege der Wärmehülle eine deutlich beruhigende Wirkung. Wollunterwäsche, vorgewärmte Windeln und in der kühleren Jahreszeit eine tägliche Einreibung von Leib und Gliedmaßen mit Malvenöl haben sich hier außerordentlich bewährt. Bei ausgeprägten, regelmäßigen Schreiattacken und Blähungen empfiehlt sich Carum carvi comp.Supp. für Kinder einmal täglich am frühen Nachmittag, also möglichst vor Beginn der 'Schreistunden'.
Reicht diese Behandlung nicht aus, kann innerlich Belladonna/Chamomilla (vor jeder Malzeit 2 Globuli) hinzugegeben werden; bei starker Blähungsneigung ist Nicotiana comp. in gleicher Dosierung besser wirksam.
Ebenso ist der Einsatz von Lefax und sab simplex in sehr hartnäckigen Fällen sinnvoll und nützlich.
Erbrechen

Akutes Erbrechen beim Säugling sollte in jedem Falle vom Arzt abgeklärt werden. Gleiches gilt bei Erbrechen mit hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl bzw. deutlich beeinträchtigtem Allgemeinzustand, starken Schmerzen und ausgeprägtem Flüssigkeitsverlust. Kinder sind oft von infektiös bedingten Magen-Darm-Erkrankungen betroffen, wobei das Erbrechen nicht immer mit Durchfall einhergehen muß. Wichtig ist hier grundsätzlich der Flüssigkeitsersatz. Hierfür eignen sich ganz besonders die in den Apotheken angebotenen Elektrolytlösungen.
Ebenso ist das Medikament Bolus alba comp.N (WALA) wirksam (ca. 1/2 - 1 Teelöffel auf die gesamte Tagestrinkmenge verteilt). Bei akutem Erbrechen ohne Durchfall ist zu Beginn der Behandlung ein Einlauf sehr zu empfehlen (ca.50-150 ml, wobei hier ein Gummiklistier für Säuglinge und Kleinkinder, gefüllt mit handelsüblicher Elektrolytlösung, verwendet werden kann). Innerlich verabreicht man gegebenfalls Gentiana comp., Nux vomica und Antimonium crudum.
Durchfall

Die Notwendigkeit eines Arztbesuches und die Bedeutung der Flüssigkeitszufuhr ist beim Durchfall prinzipiell die gleiche wie beim Erbrechen. Liegt ein unkomplizierter Durchfall oder Brechdurchfall jenseits des Säuglingsalters vor, kann dieser durchaus zunächst im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden. Hierbei ist eine strenge Diät (Reisschleim, Karottengemüse, Heilnahrung, Naturjoghurt, Kartoffelbrei ohne Milch und ohne Fett, geriebener Apfel, zerdrückte Banane, Knäckebrot, Zwieback, Toast, Salzstangen), die über einen genügend langen Zeitraum eingehalten wird ( auf jeden Fall länger, als der Durchfall bestanden hat) und eine vorsichtige Rückkehr zur normalen Ernährung besonders wichtig. Erst zu allerletzt sollten Vollmilch, Kakao, fette Speisen und Süßigkeiten wieder auf dem Speiseplan erscheinen.
Als Grundbehandlung ist, wie beim Erbrechen, die Gabe von Elektrolytlösung und Bolus alba comp.N hilfreich. Da der Durchfall nicht selten mit Bauchschmerzen und vor allem mit Kreislaufschwäche kombiniert sein kann und diese ihrerseits das Trinkverhalten entscheidend verschlechtern, ist allgemein die Behandlung mit Veratrum comp. (Wala) bis zum vollständigen Abklingen der Symptome zu empfehlen. Ebenfalls haben sich die Medikamente Chamomilla D3; Levico D3 und Cuprum arsenicosum D8 bei der Therapie von Durchfallerkrankungen bewährt.


Sturz vom Wickeltisch

Häufig führt bei Säuglingen oder Kleinkindern ein Sturz vom Bett oder Wickeltisch zum Besuch des Arztes. Ist der Säugling nur von der Matratze oder einem niedrigen Bett auf den Teppichfußboden gerollt, hat er sofort geschrien, erbricht er nicht, zeigt sich am Kopf auch nach wiederholter Untersuchung keine Schwellung und ist das Kind im weiteren Verlauf munter, so ist eine Vorstellung beim Arzt nicht unbedingt notwendig.

Anders verhält es sich bei einem Sturz aus größerer Höhe, womöglich mit dem Kopf voran auf den Stein- oder Holzfußboden. Hier sollte man sicherheitshalber den Arzt konsultieren. Schon vor der Abfahrt kann man Arnica e planta tota D6 (Dosierung 3x3-5 Globuli) verabreichen und die Prellmarke mit einer 10-prozentigen Arnika-Salbe (Apotheke) versorgen.
Ist das Kind bewußtlos oder tritt Erbrechen auf, so sollte man gleich in die nächste Klinik fahren oder ggf. den ärztlichen Notdienst verständigen und anfordern.
Fieberkrämpfe

Obwohl die Mehrzahl der Fieberkrämpfe harmlos ist, löst kaum ein Ereignis größere Ängste bei den Eltern aus. Die vorangige Aufgabe des Arztes muß deshalb darin bestehen, ernsthafte Erkrankungen auszuschließen und die Eltern entprechend aufzuklären. Fieberkrämpfe sind die häufigste Manifestationsform zerebraler Krampfanfälle und gehören damit zu den häufigsten Einweisungsdiagnosen in deutschen Kinderkliniken.

Kinder tolerieren Fieber im Allgemeinen gut. Etwa 3-5% haben aber damit Schwierigkeiten. Bei ihnen kann im Alter von 6 Monaten bis 6 Jahren bei einem Fieberanstieg ein Fieberkrampf aufteten. Ein Fieberkrampf ist gekennzeichnet durch eine kürzere oder längere Zeit der Bewußtlosigkeit, gefolgt von Zuckungen.

Fieberkrämpfe führen weder zu Entwicklungsstörungen noch zu bleibenden neurologischen Defiziten.
Fieberkrämpfe treten häufiger bei viralen als bei bakteriellen Infekten auf.
Zu den häufigsten Auslösern von Fieberkrämpfen zählen Atemwegsinfektionen, Otitis media, Gastroenteritis, Harnwegsinfektionen und Exanthema subitum (3-Tage-Fieber). Zu den Symptomen zählen: Bewußtseinsverlust, tonisch-klonische Zuckungen, Atemstörungen (Apnoe), Speichelfluß sowie lichtstarre, erweiterte Pupillen.

Was ist zu tun?

Das wichtigste ist, das Fieber zu senken, sei es mit einem entsprechenden Medikament oder mit äußerer Kühlung. Meist kommt der Fieberkrampf von ganz alleine zum Stillstand. Wenn der Anfall jedoch nicht von selbst aufhört, muß man ihn mit entsprechenden Medikamenten unterbrechen.
Der Arzt muß das Kind genauestens untersuchen, um festzustellen, ob es sich nicht um eine bedrohliche Infektion handelt (Meningitis, Encephalitis, unklare Schläfrigkeit, Vergiftungen etc.). Suchen Sie daher Ihren Kinderarzt auf.

Akut fieberhafte Erkältung

Etwa jeder vierte Besuch beim Kinderarzt erfolgt wegen Fieber. Häufig sind die Eltern durch die erhöhte Körpertemperatur ihres Kindes verunsichert. Dabei ist das Fieber nicht grundsätzlich negativ zu bewerten. Untersuchungen haben nämlich ergeben, daß sich Viren bei höheren Temperaturen nur noch wenig vermehren und Fieber somit eine positive Rolle bei der Abwehr von Virusinfekten spielen kann.

Wadenwickel besitzen eine gute fiebersenkende Wirkung. Allerdings mü
ssen Beine und Waden wirklich heiß sein. Bei kalten Waden hat, selbst wenn die Körpertemperatur hoch ist, ein Wadenwickel keinen Sinn. Als Fiebermittel eignen sich Aconit D6, Belladonna D6 und Ferrum phosphoricum D6.
Schnupfen

Schnupfen ist - vor allem bei Säuglingen - eine unangenehme, den Allgemeinzustand beeinträchtigende Erkrankung. Denn dann hat das Baby beim Trinken Probleme, weil es keine Luft bekommt. Gerade Trinken ist bei Erkältungen aber sehr wichtig.

Relativ einfach anzuwenden sind Nasentropfen. Enthalten sie Kochsalzlösung, können sie unbedenklich angewandt werden. Sie befeuchten und kühlen die Schleimhäute. Dadurch wird das Atmen erleichtert. Ebenfalls hat sich die wiederholte Gabe eines Tropfens Muttermilch in jedes Nasenloch bewährt. Wenn Kochsalzlösung und Muttermilch nicht helfen, können schleimhautabschwellende Tropfen angewendet werden. Sie sollten aber keinesfalls länger als eine Woche eingesetzt werden, damit die Schleimhäute nicht austrocknen und degenerieren. An homöopathischen Medikamenten empfielt sich: Sambucus D6, Luffa D6, Allium cepa D6 und Cinnabaris D6. Ebenfalls gibt es für die ganz Kleinen Tropfen mit ätherischen Ölen, die auf die Kleidung geträufelt werden. Die aufsteigenden Dämpfe ziehen in die Nase und erleichtern dem Baby das Atmen.


Halsschmerzen

Kinder haben oft bei einer schweren Angina keine Schluckbeschwerden, meist ist das einzige Symptom Bauchweh. Manchmal kommt noch Appetitlosigkeit hinzu. Halsschmerzen können gut mit Apis/Belladonna behandelt werden. Bei akuten Halsschmerzen mit Fieber wirkt ein kühler Zitronensaft-Halswickel lindernd. Lassen Sie das Kind auch immer wieder mit Salbei-Tee gurgeln.

Bei länger bestehendem hohen Fieber sollte der Kinderarzt hinzugezogen werden, um Scharlach auszuschließen.
Ohrenschmerzen

Die Mittelohrentzündung wird in den meisten Fällen durch Viren hervorgerufen, so dass eine routinemäßige Antibiotikagabe nicht notwendig ist. Wichtig ist aber eine freie Nasenatmung, um so eine gute Belüftung des Mittelohres und damit eine raschere Heilung zu erreichen. Hierzu kann man Nasentropfen oder Nasenbalsam verwenden. Bei beginnenden Ohrenschmerzen wirkt ein Zwiebelsäckchen oft lindernd und entzündungshemmend. Man schneidet eine mittelgroße Zwiebel in feine Würfel und gibt diese in einen dünnen Kinder-Baumwollstrumpf. Mit Hilfe eines Schals oder einer dünnen Wollmütze wird dieses Säckchen auf und hinter dem schmerzhaften Ohr befestigt und verbleibt dort eine halbe Stunde oder auch länger. Ebenfalls gut wirksam sind Ohrentropfen (Aconitum comp. Ohrentropfen), allerdings sollte das Ohr nicht laufen, d.h. das Trommelfell darf nicht perforiert sein. Innerlich helfen in der akuten Phase Apis/Levisticum und Silicea comp.

Nehmen die Schmerzen weiterhin zu oder ist das Allgemeinbefinden stärker gestört, so sollte unbedingt ein Kinder- oder Hals-Nasen-Ohrenarzt hinzugezogen werden.
Pseudokrupp

Der Pseudokrupp ist Folge einer durch Viren bedingten akuten Kehlkopfentzündung. Die Erkrankung beginnt mit einem harten, bellenden Husten, häufig aus dem Schlaf heraus. Die Kinder sind heiser und bei der Einatmung hört man ein leichtes Pfeifen (inspiratorischer Stridor). Hohes Fieber (>39°-40°C) und Schluckbeschwerden sind ungewöhnlich und sollten Grund sein, den Arzt aufzusuchen (DD:Epiglottitis).

Treten keine weiteren Symptome wie Atemnot, Unruhe, stärkerer Stridor auf, so kann die Behandlung gut zu Hause erfolgen. Als erste Maßnahme sollte die Luft angefeuchtet werden. Desweiteren sollte man dem Kinde viel zu trinken anbieten. Innerlich verabreicht man dem Kinde alle 5 Minuten im Wechsel 5 Tropfen von Spongia D5, Rumex D6, Sambucus D6, Apis D6. Tritt danach Erleichterung ein, dann vergrößern sich die Dosierungsabstände. Fast immer kann man mit dieser Behandlung die Applikation von Cortison vermeiden. Im Extremfall kann aber das Cortisonzäpfchen (Rectodelt) vonnöten sein.
Husten und Bronchitis

Wenn der Husten ohne Fieber verläuft, kommen zunächst folgende äußerliche Maßnahmen in Frage: Schmalz-, Quark- oder Kartoffelwickel. Innerlich wird als erstes ein Hustentee verabreicht, eine Mischung aus Huflattichblättern, Fenchelfrüchten und Thymiankraut hat sich bei Bronchitis besonders bewährt. Kitzel- oder Reizhusten wird gelindert durch Sytra-Tee (Weleda), er erleichtert die Expektoration, den Schleimauswurf.

Je nach Symptomen kommen folgende Präparate zum Einsatz:

. Sticta pulmonaria - wenn der Husten mit Schnupfen begonnen hat
Bryonia - bei trockenem,schmerzhaftem Husten
Tartarus stibiatus - bei rasselndem Husten mit schwer löslichem Schleim
Rumex - bei fast pausenlosem Husten,der nachts besonders schlimm ist
Cuprum arsenicosum - bei lang anhaltenden Hustenattacken, die mit langen hustenfreien Perioden wechseln; Verschlimmerungen nachts

Angenehm wird auch die Einreibung von Brust und Rücken mit Balsam (z.B. Plantago-Bronchialbalsam) empfunden. Bei Säuglingen sollte man jedoch eher einen Brustwickel mit Lavendelöl 10 % anlegen.
St. Vincenz Krankenhaus Husener Str. 81,
33098 Paderborn
[05251]
864202
Evangelisches Krankenhaus Wiedenbrücker Str. 33,
59555 Lippstadt
[02941]
670
Vergiftungszentrale Göttingen [0551]
383180
Polizei | Notruf 110
Feuerwehr
Rettungsstelle
112
Krankentransport/
Kreisfeuerwehrzentrale Ahden
[02955]
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